LIEBESGRÜSSE AUS MOSKAU: DAS VERBRECHEN ANTWORTET AUF KONTAKTANZEIGEN

Posted on Mai 20, 2009. Filed under: Kontaktanzeigen, Sicherheit | Tags: , , |

IT-Sicherheitskongress warnt vor Betrugsfällen über Kontaktanzeigen

Vorsicht vor russischen Frauen die auf deutsche Kontaktanzeigen antworten. Olga von der Wolga und Martina aus Murmansk schreiben herzzerreißende Liebesbriefe per E-Mail an deutsche Kontaktanzeigen. Tausende. Immer in einem fehlerhaften Deutsch, immer der gleiche Text, aber mit viel Herzschmerz. Diese E-Mails treffen auf einsame Männer in Deutschland die Kontaktanzeigen im Internet geschaltet haben und von denen manche nichtsahnend Opfer der Kriminellen werden.

Einige fallen darauf herein, antworten auf die russische Liebeswerbung und daraus setzt sich eine digitale Romanze fort.  Hübsche Fotos werden von der russischen Frau übers Internet versendet, nur sind dies eigentlich Fotos von ganz anderen Personen. Die vermeintlich heiratswillige, äußerst attraktive Russin verteilt freigiebig schmachtende Komplimente an die unvorbereiteten, deutschen E-Mail Korrespondenten. Nur gibt es natürlich nicht Olga und auch keine Martina. Hat sich erst der Mailverkeher erst mal verdichtet und die Sehnsucht eingestellt, fragt Olga zuerst nach einer Flugreise nach Deutschland um ihren Schatz zu heiraten. Hat das arme Opfer tatsächlich das Geld nach Russland überwiesen, kommt die russische Braut natürlich nicht am Flughafen von Frankfurt an. Sondern braucht noch mehr Geld um noch schnell die Visagebühren für die Einreise nach Deutschland bezahlen zu können.

Da immer weniger Männer auf die hübsche russische Jungfer mit dem schlechtem Deutsch hereinfielen, haben sich die Internetbetrüger nun andere Betrugsmaschen ausgedacht. Diese sind für die Internetmafia auch vielfach viel einfacher, da nicht erst eine komplexe Persönlichkeit im E-Mailverkehr aufgebaut werden musste, die auch noch auf die persönlichen Eigenheiten der deutschen Opfer einging. Auf dem 11. IT-Sicherheitskongress des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik warnt nun das Bundeskriminalamt vor neuen Vorgehensweisen der russischen Kontaktanzeigen-Betrügern, berichtet das ZDF. Dabei werden die leichtgläubigen Opfer dazu aufgefordert, vermeintliches Schwarzgeld nach Russland zu überweisen. Das Geld ist echt, nur stammt es von Phishing-Betrugsfällen, der digitalen Ausplünderung deutscher Sparkonten. Oder die Opfer sollen über Packstationen Pakete ins Ausland senden, die Ware von Ebay-Händlern enthält – die Händler werden natürlich nicht bezahlt, bzw. die Ware wurde über geknackte Ebay-Konten ergaunert. Wer da leichtgläubig mitmacht, macht sich im schlimmsten Fall der Hehlerei schuldig.

Prävention von Kontaktanzeigen-Betrug

Um sich vor solchen Betrügereien über Kontaktanzeigen im Internet zu schützen, sollten E-Mails aus dem Ausland igonoriert werden. Empfänger dubioser Antworten auf Kontaktanzeigen sollten sich vergewissern woher die E-Mail tatsächlich stammt. Dazu lässt sich in den gängigen E-Mail Programmen der Nachrichten Quelltext komplett anzeigen. Die dort angegebenen IP-Adressen zeigen an, woher die E-Mail stammt. Über Dienstleister wie beispielsweise utrace.de lässt sich der Standort der IP-Adresse schnell orten. Zwar ist es Betrügern möglich, deutsche IP-Adressen vorzutäuschen, jedoch ist dies bei fortgesetzter Korrespondenz recht schwierig konsistent zu halten. Und E-Mails aus Russland mit deutschen IP-Adressen sollten gemieden werden, wie ohnehin alle ausländischen Kontaktanfragen zu deutschen Kontaktanzeigen.

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